
Fragmentierung im Schweizer Bauwesen: Ursachen und Folgen

Fragmentierung im Schweizer Bauwesen: Ursachen und Folgen

Aussparungsplanung BIM: 100% weniger planungsbasierte Nachträge
Die Aussparungsplanung BIM löst ein Problem, das in der klassischen Abwicklung fast jedes Bauprojekt betrifft: Fehler und fehlende Koordination, die erst auf der Baustelle sichtbar werden und dann auf Kosten der Bauherrschaft behoben werden. Impuls+ hat dafür einen modellbasierten Aussparungsworkflow entwickelt, der genau das verhindert.
Aussparungsplanung BIM: Das klassische Problem in der Planung
In den meisten Bauprojekten läuft die Aussparungsplanung so: Gebäudetechnikplanende erstellen Aussparungspläne und leiten diese per Mail an Tragwerksplanende, Architektur und Unternehmende weiter. Jede Partei prüft auf eigene Faust, die Koordination läuft über E-Mails. Die Kommunikation ist intransparent, Entscheide und Antworten landen in Postfächern, und niemand hat auf einen Blick den vollständigen Überblick über den aktuellen Stand.
Dazu kommt die rollende Planung. Aussparungen werden häufig zu spät koordiniert, weil der Zeitpunkt dafür in der klassischen Abwicklung oft nicht klar definiert ist. Das führt zu Korrekturen unter Zeitdruck, zu Fehlern und schliesslich zu Nachträgen.
2D-Pläne verschärfen das Problem weiter. Sie zeigen die Lage, aber keine Höhen, keine Überlagerungen, keine räumlichen Kollisionen. Was auf dem Plan plausibel aussieht, muss auf der Baustelle nicht stimmen. Ein falsches Mass, ein Tippfehler in einer Dimension, und die Aussparung stimmt nicht mehr mit der Geometrie überein. Das reicht für einen Nachtrag.
Das liegt nicht am Versagen einzelner Beteiligter. Es liegt am Prozess und an der fehlenden Transparenz in der übergeordneten Zusammenarbeit.
Wie unsere Aussparungsplanung BIM im Detail funktioniert
Wir beginnen damit, Aussparungen vollständig modellbasiert zu planen. Jede Aussparung trägt konkrete Dateninhalte direkt am Modellobjekt, zum Beispiel Abmessungen oder die Brandschutzeinstufung. Diese Daten sind jederzeit abrufbar. Wer auf eine Aussparung klickt, sieht sofort alle relevanten Informationen sowie den aktuellen Freigabestatus.
Die Aussparungen werden den zuständigen Fachdisziplinen im Modell adressiert: Tragwerk, Leichtbau, Holzbau, Baustahl und weitere beteiligte Disziplinen. Jede Disziplin schneidet die Aussparungen direkt in ihrem eigenen Modell aus. Die Kommunikation läuft nicht über Pläne oder E-Mails, sondern über Modelldaten.
Automatische Prüfungen stellen sicher, dass jede Leitung eine Aussparung hat. Regelbasierte Kollisionsprüfungen kontrollieren, ob alle Leitungen korrekt durch ihre Aussparungen durchgehen und ob keine Konflikte mit der Tragstruktur oder anderen Bauteilen bestehen.
Im 3D-Modell sind Lage, Höhe und räumlicher Kontext einer Aussparung direkt sichtbar. Was auf einem 2D-Plan interpretiert werden müsste, ist im Modell eine nachprüfbare Tatsache.

Freigabe im Modell statt auf Papier
Jede Aussparung durchläuft einen strukturierten Freigabeprozess. Das zuständige Gewerk prüft und gibt frei, danach folgen Tragwerksplanung und weitere Instanzen je nach Projektanforderung. Alle Freigaben werden direkt im Modell festgehalten und sind transparent nachvollziehbar.
Weil der gesamte Prozess über uns als Gesamtkoordination geführt wird, konnten Koordinationssitzungen stark reduziert und in vielen Fällen fast vollständig gestrichen werden. Da das Modell nicht interpretiert wird, lassen sich Konflikte bilateral und direkt zuweisen und lösen, ohne sie in einer grossen Runde besprechen zu müssen, wenn das nicht erforderlich ist. Das spart Zeit auf allen Seiten und hält den Prozess schlank.
Klassische Aussparungspläne entfallen vollständig. Kein separates Dokument, keine Koordination über E-Mail, kein Versionswirrwarr. Der Prozess wird schneller, weil Fehlerquellen systematisch eliminiert werden, und sicherer, weil wir im Modell konkret sehen, ob jede Leitung korrekt durch ihre Aussparung geht und ob jede Aussparung vollständig geplant ist. Die Planungsqualität und die Gesamtqualität des Bauwerks werden dadurch direkt gesteigert.
Was das konkret bringt: Kosten, Zeit, Qualität
Kosteneinsparung:
Mit der Aussparungsplanung BIM entfallen planungsbasierte Nachträge vollständig. Das ist das direkte Ergebnis dieses Workflows, und wir haben es in mehreren Projekten nachgewiesen.
Zeitersparnis in Planung und Ausführung:
Der modellbasierte Workflow reduziert den Koordinationsaufwand für nachträgliche Korrekturen und aufwändige Abstimmungsrunden erheblich. Das betrifft nicht nur die Planung. Auch in der Ausführungsphase profitieren alle Beteiligten: Unternehmende erhalten vollständige und korrekte Unterlagen von Anfang an, die Bauleitung muss weniger koordinieren und nachsteuern. Weniger Nachträge bedeutet für alle weniger Aufwand.
Qualität:
Aussparungen werden auf der Baustelle präziser erstellt, weil sie direkt in den Unterlagen der jeweiligen Unternehmenden integriert sind und vollständige Dateninhalte tragen. Die Gesamtqualität des Bauwerks wird dadurch direkt gesteigert.
Schottliste inklusive:
Impuls+ liefert eine direkt verwendbare Schottliste. Schotte sind die Abschlüsse, mit denen Aussparungen nach der Montage fachgerecht verschlossen werden, zum Beispiel Hartschotte, Weichschotte oder Mörtelverschlüsse. Die Schottliste enthält alle relevanten Angaben wie Abmessungen, Brandschutz- und Schallschutzanforderungen und kann unmittelbar als Ausschreibungsgrundlage eingesetzt werden. Bei einem Projekt wie der Kantonsschule Wattwil mit über 2.800 Aussparungen bedeutet das für die Projektleitung eine enorme Zeitersparnis.
In der Praxis: Kantonsschule Wattwil (14.500 m²)
Beim Ersatzneubau der Kantonsschule Wattwil hat Impuls+ die BIM-Gesamtkoordination im Auftrag von Ghisleni Partner AG übernommen. 14.500 m² Nutzfläche, 2.848 Aussparungen, vollständig modellbasiert koordiniert und freigegeben.

Fazit
Wer die Aussparungsplanung BIM konsequent einsetzt, beseitigt eine der häufigsten Fehlerquellen in der Planung systematisch. Der Prozess wird transparenter, Konflikte werden früher erkannt und bilateral gelöst, Koordinationssitzungen werden auf das Wesentliche reduziert. Das zeigt sich in der Planung, auf der Baustelle und in der Gesamtqualität des Bauwerks.